Gut formulierte Learning Objectives sind die Grundlage erfolgreicher Lern- und Weiterbildungsmaßnahmen. Sie schaffen Klarheit über die erwarteten Ergebnisse, helfen bei der Auswahl geeigneter Lernmethoden und ermöglichen eine objektive Bewertung des Lernerfolgs.
Dennoch werden Lernziele häufig zu allgemein, zu komplex oder aus der Perspektive der Lehrenden formuliert. Dadurch entsteht Unsicherheit darüber, welche Kompetenzen tatsächlich aufgebaut werden sollen und wie deren Erreichung überprüft werden kann.
Die folgenden Best Practices helfen dabei, Learning Objectives präzise, verständlich und wirksam zu formulieren.
Ein gutes Lernziel beschreibt klar und verständlich, was Lernende nach einer Lernmaßnahme wissen, können oder anwenden sollen. Unklare Formulierungen führen häufig dazu, dass Lernende unterschiedliche Vorstellungen von den erwarteten Ergebnissen entwickeln. Gleichzeitig wird es schwieriger, den Lernerfolg objektiv zu bewerten.
Weniger geeignet
"Die Teilnehmenden verstehen die Grundlagen des Datenschutzes."
Das Problem dabei ist, dass der Begriff „verstehen“ interpretationsbedürftig und schwer messbar ist.
Besser
"Die Teilnehmenden können die wichtigsten Datenschutzanforderungen erläutern und in ihrem Arbeitsalltag anwenden."
Hier wird deutlich beschrieben, welche konkrete Kompetenz erwartet wird.
Je klarer ein Learning Objective formuliert ist, desto leichter können Lernende ihre Fortschritte einschätzen und Trainer den Lernerfolg überprüfen.
Learning Objectives sollten so formuliert werden, dass sich später eindeutig feststellen lässt, ob sie erreicht wurden. Ein häufiges Problem besteht darin, dass Lernziele innere Denkprozesse beschreiben, die sich nur schwer beobachten lassen.
Weniger geeignet
"Die Teilnehmenden kennen die Sicherheitsrichtlinien."
Besser
"Die Teilnehmenden können die Sicherheitsrichtlinien in typischen Arbeitssituationen korrekt anwenden."
Im zweiten Beispiel wird ein beobachtbares Verhalten beschrieben, das überprüft werden kann.
Messbare Learning Objectives verwenden häufig Verben wie:
Diese Verben ermöglichen die Entwicklung passender Assessments, Tests oder Praxisszenarien.
Messbare Lernziele bilden die Grundlage für:
Insbesondere im E-Learning und Corporate Learning sind messbare Learning Objectives entscheidend, um Trainingserfolge nachzuweisen und kontinuierlich zu verbessern. In diesem sollten Lernziele anspruchsvoll, aber erreichbar sein. Unrealistische Erwartungen können Lernende demotivieren und den Lernerfolg beeinträchtigen.
Bei der Formulierung von Learning Objectives sollten daher Faktoren wie:
berücksichtigt werden.
Unrealistische Lernziele
"Nach einer einstündigen Schulung können die Teilnehmenden komplexe Cyberangriffe eigenständig analysieren und abwehren."
Realistisches Lernziel
"Nach der Schulung können die Teilnehmenden typische Phishing-Angriffe erkennen und angemessen darauf reagieren."
Das zweite Lernziel entspricht dem Umfang der Lernmaßnahme und ist deutlich realistischer erreichbar. Außerdem sollten effektive Learning Objectives:
Dadurch steigt die Motivation und die Wahrscheinlichkeit eines nachhaltigen Lernerfolgs.
Learning Objectives sollten immer aus der Perspektive der Lernenden formuliert werden. Ein häufiger Fehler besteht darin, den Fokus auf Inhalte oder Lehraktivitäten zu legen, statt auf die Kompetenzen, die aufgebaut werden sollen.
"Im Kurs werden die Grundlagen der Informationssicherheit vermittelt."
Diese Aussage beschreibt lediglich den Inhalt des Kurses, nicht das Lernergebnis.
"Die Teilnehmenden können typische Informationssicherheitsrisiken erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen anwenden."
Der Fokus liegt hier auf dem Kompetenzgewinn der Lernenden.
Lernendenzentrierte Lernziele:
Insbesondere im Corporate Learning, E-Learning und in VR Trainings ist dieser Ansatz entscheidend, da Unternehmen nicht nur Wissen vermitteln, sondern messbare Verhaltens- und Kompetenzveränderungen erreichen möchten.
Vor der Veröffentlichung eines Lernziels lohnt sich eine kurze Qualitätsprüfung:
✓ Ist das Lernziel klar und verständlich formuliert?
✓ Beschreibt es eine konkrete Kompetenz?
✓ Kann der Lernerfolg beobachtet oder gemessen werden?
✓ Werden aktive und beobachtbare Verben verwendet?
✓ Ist das Ziel realistisch erreichbar?
✓ Ist das Lernziel aus Sicht der Lernenden formuliert?
✓ Unterstützt das Lernziel die gewünschten Geschäfts- oder Bildungsziele?
Wenn alle Fragen mit „Ja“ beantwortet werden können, erfüllt das Learning Objective die wichtigsten Qualitätskriterien.
Wirksame Learning Objectives zeichnen sich durch Klarheit, Messbarkeit, Realisierbarkeit und eine konsequente Ausrichtung auf die Lernenden aus. Sie schaffen Transparenz, erleichtern die Entwicklung von Lernangeboten und ermöglichen eine objektive Bewertung des Lernerfolgs. Wer diese Best Practices beachtet, legt die Grundlage für erfolgreiche Bildungsmaßnahmen, effektives E-Learning und nachhaltige Kompetenzentwicklung.