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Soft Skill Trainings

Future Skills statt Zukunftsangst: Welche Skills KI im Unternehmen nicht ersetzt

Erfahren Sie, wie HR Zukunftsangst in Future Skills übersetzt, menschliche Fähigkeiten, die KI nicht ersetzt, plus wirksame Lernformate für den Transfer.


Im Fokus unseres Artikels steht die Frage, wie Organisationen durch gezielte Lernformate und wirksames KI-Training echten Praxistransfer ermöglichen und Mitarbeitende nachhaltig zukunftssicher machen.

 

In vielen Unternehmen ist das Thema KI längst angekommen und trotzdem bleibt die Stimmung oft ambivalent: Zwischen Neugier und Unsicherheit, zwischen „Wir müssen jetzt loslegen“ und „Was bedeutet das für mich?“.

Genau darüber haben wir in unserem Februar-Webinar mit L&D Experte Ruben Leites gesprochen und gefragt: Wie gelingt der Perspektivwechsel von Zukunftsangst hin zu Future Skills? Und was können HR sowie L&D konkret tun, um Menschen nicht nur zu informieren, sondern wirklich zu befähigen?

Eine der stärksten Beobachtungen aus dem Austausch war, dass Unternehmen in der Praxis weniger „Angst vor der KI als Tool“, sondern vor allem Unsicherheit begegnet.

Diese Unsicherheit wird besonders dort größer, wo Kommunikation und Orientierung fehlen. Wenn Veränderung nicht klar eingeordnet wird, entstehen Spekulationen und aus Unsicherheit kann schnell Widerstand werden.

Das Takeaway ist, dass die KI-Debatte vor allem über Identität, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit und nicht über die eigentlichen Features geführt wird.

Was KI sehr gut kann

Künstliche Intelligenz entfaltet ihre Stärke überall dort, wo es um Struktur, Wiederholung und Datenmengen geht. Einer der größten Hebel ist die Geschwindigkeit. Prozesse, für die Menschen Stunden oder Tage benötigen, lassen sich in Sekunden anstoßen: Texte strukturieren, Informationen zusammenfassen, Varianten entwickeln, Daten auswerten oder Routinetätigkeiten automatisieren. Gerade in administrativen oder repetitiven Aufgabenfeldern entsteht dadurch eine enorme Entlastung.

Hinzu kommt die Skalierungsfähigkeit von KI. Während menschliche Kapazitäten naturgemäß begrenzt sind, kann KI nahezu unbegrenzt Output erzeugen in unterschiedlichen Varianten, Sprachen oder Detaillierungsgraden. KI ermöglicht es, in kurzer Zeit eine inhaltliche Breite und Tiefe zu erreichen, die manuell kaum realisierbar wären. Das schafft neue Freiräume für kreative und strategische Aufgaben.

Ein dritter zentraler Vorteil liegt in der Analyse- und Mustererkennung. KI ist hervorragend darin, große Datenmengen zu durchdringen, Korrelationen sichtbar zu machen und wiederkehrende Strukturen zu identifizieren. Sie erkennt Trends, Auffälligkeiten und Zusammenhänge, die im Alltag leicht übersehen würden. Als Entscheidungsgrundlage ist das ein enormer Mehrwert, insbesondere in komplexen, datengetriebenen Kontexten.

Aufzeichnung zum Webinar

Wo die Grenzen liegen

So leistungsfähig KI in der Verarbeitung von Informationen ist, so klar sind ihre Grenzen, wenn es um die Bedeutung und Verantwortung geht. KI kann Ergebnisse generieren, aber sie kann keine Verantwortung für diese Ergebnisse übernehmen. Sie bewertet nicht die Konsequenzen ihrer Vorschläge, sie trägt keine Haftung und sie steht nicht für die Wirkung ihres Outputs ein. Diese Verantwortung bleibt immer beim Menschen.

Ebenso fehlt KI die Fähigkeit, Kontext und Relevanz wirklich zu verstehen. Sie kann Wahrscheinlichkeiten berechnen und Muster kombinieren, doch sie weiß nicht, warum etwas für eine bestimmte Organisation, ein Team oder eine konkrete Situation bedeutsam ist. Die Frage „Was bedeutet das für uns?“ erfordert Erfahrungswissen, Werte, strategische Einordnung und situatives Gespür. Kontext entsteht nicht aus Daten allein, sondern aus Interpretation.

Schließlich kann KI zwar Optionen vorschlagen, aber sie kann keine echten Urteile fällen und keine verantwortlichen Entscheidungen treffen. Sie liefert Entscheidungsgrundlagen, keine Entscheidungen. Ob ein Vorschlag sinnvoll, ethisch vertretbar, strategisch klug oder kulturell passend ist, muss weiterhin der Mensch bewerten. Kritisches Denken, Abwägen, Priorisieren bleiben zutiefst menschlich.

Deshalb gilt, dass die KI das Material liefert, beschleunigt und strukturiert. Doch Sinn entsteht erst durch Menschen, durch ihre Fähigkeit, Bedeutung herzustellen, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen bewusst zu treffen. Genau in diesem Zusammenspiel liegt die eigentliche Zukunftsfähigkeit von Organisationen.

Die wichtigsten Future Skills

Wenn die Künstliche Intelligenz Routine übernimmt, wird das Menschliche nicht weniger, sondern wichtiger. Im Webinar kristallisierten sich zentrale Soft Skill Fähigkeiten heraus, die in KI-Zeiten stark an Bedeutung gewinnen:

  • Kontextualisieren: Output einordnen und in Bedeutung übersetzen
  • Kritisches Denken: Ergebnisse prüfen, hinterfragen, verifizieren
  • Urteilsvermögen und Entscheidungsfähigkeit: Verantwortung bleibt beim Menschen
  • Kommunikation: Ziele formulieren, Dialog führen, Klarheit schaffen
  • Empathie und soziale Kompetenz: Teams durch Veränderung führen
  • Kreativität: Neues kombinieren, gestalten, Sinnstiften
  • Lernfähigkeit (lernen – verlernen – neu lernen): die vielleicht wichtigste Meta-Kompetenz

Besonders spannend ist, dass die KI uns zwingt , diese Kompetenzen sowohl zu benennen als auch neu zu definieren. Ruben nennt Soft Skills deshalb die „harte Zukunftswährung“.

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HRs Schlüsselrolle

Orientierung geben statt Sicherheit simulieren

Wenn KI Unsicherheit erzeugt, ist das kein reines IT-Thema. Es ist ein People-, Kultur- und Führungsthema. HR und People & Culture können dabei drei Dinge entscheidend beeinflussen:

1. Realistische Einordnung statt Extrembilder

Weder „Allheilmittel“ noch „das Böse“. KI ist ein Werkzeug, das die Arbeit verändert. Ein klares, realistisches Bild reduziert die Unsicherheit.

2. Transparenz und Kommunikation

HR muss nicht auf jede Frage sofort eine perfekte Antwort haben. Aber Personalabteilungen sollten zeigen, dass sie das Thema ernst nehmen, sich damit beschäftigen und den Rahmen aktiv gestalten.

3. Lernräume schaffen

Menschen müssen KI ausprobieren im Team, im Alltag, mit Fehlern. Gerade das gemeinsame Reflektieren und Fragen nach Output baut Kompetenz auf. Gerade für die Teamentwicklung ist hier die Vermittlung von Soft Skills extrem hilfreich.

Warum KI sogar mehr Austausch fördern kann

Ein häufiges Narrativ lautet, dass „mit der KI jeder für sich alleine arbeitet und die Zusammenarbeit weniger wird.“ Die Webinar-Erfahrung zeigt das Gegenteil. Dort, wo Unternehmen Lernräume schaffen, führt KI oft zu mehr Dialog.

Ein Beispiel aus dem Gespräch ist eine KI-basierte Reiseplanung, die plötzlich extrem teure Hotelvorschläge lieferte, nicht, weil KI „schlecht“ war, sondern weil wichtige Rahmenbedingungen nicht gemeinsam geklärt wurden. Erst der Austausch machte sichtbar, welche Parameter wirklich relevant sind.

Kernpunkt ist hier, dass die KI im Unternehmenskontext nur dann gut funktioniert, wenn Teams ihre Ziele, Standards und Erwartungen gemeinsam explizit machen.

Was wirkt bei KI-Trainings wirklich

Viele Unternehmen investieren aktuell stark in KI-Trainings. Das ist grundsätzlich positiv, aber Budget allein erzeugt noch keine Wirkung. Denn Wirkung entsteht erst, wenn Lernen im realen Arbeitskontext stattfindet, an echten Use Cases anknüpft und neben der Wissensvermittlung auch echte Anwendung ermöglicht.

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Reines Tool-Training bleibt häufig zu abstrakt, wenn der Transfer fehlt. 

Lernformate, die Future Skills wirklich aufbauen

Im Webinar wurden drei Erfolgsfaktoren besonders klar:

1. Community und Social Learning

Austauschformate wie Learning Circles, Communities of Practice und Peer-Reflexion schaffen, denn Menschen lernen stark über Fehler und Gespräche.

2. Coaching und gezielte Übungszyklen

Future Skills entstehen nicht durch „einmal zuhören“. Es braucht Wiederholung, Feedback und Zeit.

3. Kontinuität und Rückkopplung im Arbeitsalltag

Kompetenz entsteht durch Anwendung im eigenen Kontext, Feedback (was war gut, was nicht, warum?) und regelmäßige Übung (nicht einmalig).

 

Und genau hier setzen wir bei 3spin Learning an: Mit Soft Skill Trainings, die nicht nur informieren, sondern gezielte Wiederholung ermöglichen, flexibel, wann und wo Lernende üben wollen, unterstützt durch KI-Coaches und KI-Feedback.

Zertifikate: Ja, aber nur, wenn sie Können abbilden

Zertifizierungen können hilfreich sein, weil sie Orientierung geben, Fortschritt sichtbar machen und die Motivation und Verbindlichkeit fördern

Aber sie verlieren ihren Wert, wenn sie nur bestätigen, dass jemand ein Video gesehen hat. Ein Zertifikat sollte zeigen, dass man das Erlernte auch wirklich anwenden kann.

Gleichzeitig wurde im Webinar betont, dass gerade bei Soft Skills die Wirksamkeit oft besser über Transfer, Beobachtung und Feedback sichtbar wird als über reine „Badges an der Wand“.

Wie unsere Kunden und Partner TÜV NORD und Zürich Versicherung lesen Sie hier:

Drei konkrete Empfehlungen für HR

Zum Abschluss hat Ruben drei sehr klare Prioritäten formuliert, mit denen sich Personalverantwortliche in den nächsten sechs bis zwölf Monaten auseinandersetzen sollten:

  1. KI realistisch einordnen und sauber kommunizieren.
  2. Skill Mapping aufsetzen: Welche Kompetenzen haben wir und welche brauchen wir?
  3. Multiplikatoren stärken: Führungskräfte befähigen, Lernräume zu schaffen und Orientierung zugeben.

Gerade in Krisenzeiten wird häufig an L&D gespart. Die Argumentation ist dann oft schlicht: Wenn Mitarbeitende nicht weiterentwickelt werden, verliert ein Unternehmen langfristig alles, weil das wichtigste Asset, die Menschen, nicht zukunftsfähig bleibt.

Die Zukunft der Arbeit ist menschlich

Vielleicht der schönste Schlusssatz aus dem Webinar ist:

„Die Zukunft der Arbeit ist menschlich und nicht künstlich, aber definitiv mit KI.“

KI beschleunigt, analysiert und skaliert. Doch Zukunftssicherheit entsteht sowohl durch die Verwendung von Tools, als auch durch Menschen, die lernen können, reflektieren, kommunizieren, entscheiden und mit Unsicherheit umgehen.

Wenn Unternehmen den Fokus von Angst auf Fähigkeiten lenken, wird KI nicht zum Risiko, sondern zum Möglichmacher für bessere Zusammenarbeit, mehr Kreativität, mehr Raum fürs Wesentliche.

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