Welche Kompetenzen brauchen Mitarbeitende in einer Arbeitswelt, die sich durch die KI immer schneller verändert? Und wie muss sich das Corporate Learning verändern, damit Unternehmen damit Schritt halten können?
Genau darüber haben wir am 27. August beim Leadership Exchange Forum (LEF) von 3spin Learning in Hamburg mit HR- und Learning-Verantwortlichen diskutiert. Das LEF ist ein exklusives Austauschformat für HR-Führungskräfte. Im Mittelpunkt standen diesmal die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf Lernen, Skills und Personalentwicklung.
Einen wichtigen Impuls lieferte Anja Sbanski, Partner, Workforce Transformation, Leadership & Learning & Culture bei PwC. Eine zentrale Erkenntnis des Abends war, dass die KI nicht nur verändert, welche Fähigkeiten wir benötigen. Sie verändert auch, wie und wann wir sie lernen müssen. Hier sind die wichtigsten Learnings.
Eine der Zahlen, die beim LEF besonders deutlich gemacht hat, wie groß die Veränderung bereits ist:
2,2x
schneller verändern sich die Kompetenzanforderungen in stark KI-exponierten Berufen. (PwC Global AI Jobs Barometer 2026)
Das heißt, dass ein einmal definiertes Kompetenzmodell immer weniger aus reicht. Jobprofile, Aufgaben und die dafür notwendigen Fähigkeiten entwickeln sich kontinuierlich weiter. Damit wird auch die klassische Vorstellung von Weiterbildung schwieriger. Qualifizierung kann nicht erst beginnen, wenn eine Kompetenzlücke bereits offensichtlich geworden ist.
Unternehmen brauchen Lernangebote, die sich schneller an neue Anforderungen anpassen lassen. Der Fokus verschiebt sich damit von festen Skillsets zu adaptiven Fähigkeiten.
Mitarbeitende müssen nicht nur bestimmte Kompetenzen beherrschen. Sie müssen zunehmend in der Lage sein, Neues zu lernen, bestehendes Wissen auf neue Situationen zu übertragen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Eine vermeintlich paradoxe Entwicklung wurde beim LEF besonders deutlich:
2,5x
häufiger erfordern neue Aufgaben menschliche Fähigkeiten. (PwC Global AI Jobs Barometer 2026)
KI Kompetenz allein reicht also nicht. Während KI immer mehr Informationen verarbeitet, Inhalte erstellt und Aufgaben automatisiert, gewinnen Fähigkeiten an Bedeutung, die stark mit menschlicher Interaktion verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise:
Unternehmen müssen also technologische und menschliche Kompetenzentwicklung zusammendenken. Siemüssen sich fragen, welche menschlichen Fähigkeiten Mitarbeitende brauchen, um in einer von KI geprägten Arbeitswelt erfolgreich zu handeln.
Dass Unternehmen diese Herausforderung erkannt haben, zeigt eine weitere Zahl aus dem Impuls:
85%
der Arbeitgeber priorisieren das Upskilling ihrer Belegschaft. (World Economic Forum, Future of Jobs Report 2025)
Unternehmen sollten sich dementsprechend fragen, wie Upskilling wirksam und skalierbar umgesetzt werden kann. Klassische Weiterbildungsprogramme stoßen dabei schnell an Grenzen. Wenn sich Anforderungen kontinuierlich verändern, reichen einzelne Trainings oder Seminare in größeren Abständen nicht mehr aus.
Corporate Learning muss näher an die tatsächlichen Rollen, Herausforderungen und Arbeitssituationen der Mitarbeitenden rücken. Und genau hier eröffnet KI neue Möglichkeiten.
Der zweite große Wandel betrifft die Gestaltung von Lernangeboten. Traditionell erhalten größere Mitarbeitergruppen häufig dasselbe Trainingsprogramm. Doch eine neue Führungskraft hat andere Entwicklungsbedarfe als eine erfahrene Führungskraft. Ein Sales-Mitarbeiter benötigt andere Gesprächskompetenzen als jemand im Kundenservice. Die KI sorgt für eine stärkere Verschiebung von Standardprogrammen zu kompetenz- und rollenbasierten Lernpfaden.
Lerninhalte können stärker darauf ausgerichtet werden, welche Rolle jemand hat, welche Fähigkeiten entwickelt werden sollen und wo konkrete Entwicklungsbedarfe bestehen. Gleichzeitig kann Lernen interaktiver werden. Statt Inhalte lediglich zu konsumieren, können Mitarbeitende Situationen durchspielen, Entscheidungen treffen, Antworten formulieren und Feedback auf ihr Verhalten erhalten.
Das ist insbesondere für Soft Skills entscheidend. Denn zu wissen, wie ein gutes Feedbackgespräch theoretisch funktioniert, ist etwas anderes, als einem verärgerten Mitarbeitenden tatsächlich gegenüberzusitzen und angemessen zu reagieren.
Der dritte Wandel betrifft das Wann. Viele Weiterbildungsangebote funktionieren bislang punktuell: Workshop, Seminar, E-Learning, abgeschlossen.
Die Arbeitswelt verändert sich jedoch kontinuierlich. Corporate Learning muss deshalb ebenfalls kontinuierlicher werden von einzelnen Lernmomenten zu einem stetigen Lernprozess im Arbeitsalltag.
Das bedeutet nicht, dass Workshops oder Präsenztrainings verschwinden. Vielmehr können sie durch kleinere, wiederkehrende Lern- und Übungsmöglichkeiten ergänzt werden. Mitarbeitende können beispielsweise eine konkrete Gesprächssituation vor einem wichtigen Termin trainieren, anschließend Feedback erhalten und später eine ähnliche Situation erneut üben.
Lernen rückt dadurch näher an den Moment of Need.
Aus den Diskussionen beim LEF lassen sich drei zentrale Veränderungen für Corporate Learning ableiten:
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WAS wir lernen |
WIE wir lernen |
WANN wir lernen |
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Von festen Kompetenzprofilen hin zu adaptiven Fähigkeiten und einer Kombination aus KI-Kompetenz und menschlichen Fähigkeiten. |
Von standardisierten Trainings hin zu personalisierten, interaktiven und rollenbasierten Lernerfahrungen. |
Von einzelnen Trainingsmaßnahmen hin zu kontinuierlichem Lernen im Arbeitsalltag. |
Damit verändert sich auch die Rolle von Learning & Development. Es geht zunehmend weniger darum, lediglich Trainings bereitzustellen. L&D muss eine Lernumgebung schaffen, in der Mitarbeitende Fähigkeiten kontinuierlich entwickeln, anwenden, reflektieren und erneut ausprobieren können.
Genau an diesem Punkt werden KI Soft Skill Trainings besonders interessant. Soft Skills lassen sich nur begrenzt durch Videos, Präsentationen oder klassische E-Learnings entwickeln. Wer schwierige Mitarbeitergespräche führen, Einwände im Vertrieb behandeln oder konstruktives Feedback geben möchte, muss diese Situationen praktisch üben.
Bei 3spin Learning ermöglichen wir Unternehmen deshalb, Soft Skills mit KI-gestützten Gesprächssimulationen und Rollenspielen zu trainieren. Mitarbeitende können realistische Gesprächssituationen mit KI Avataren durchspielen, beispielsweise:
Hier müssen die Mitarbeitenden selbst reagieren. Sie führen das Gespräch, erleben die Reaktion ihres Gegenübers, erhalten individuelles KI Feedback und können die Situation anschließend erneut ausprobieren.
Eine der spannendsten Erkenntnisse des LEF in Hamburg war deshalb auch eine scheinbare Gegenbewegung. Je stärker KI unsere Arbeit verändert, desto wichtiger werden menschliche Fähigkeiten.
Gleichzeitig gibt uns KI neue Möglichkeiten, genau diese Fähigkeiten individueller, interaktiver und kontinuierlicher zu trainieren. Das Corporate Learning der Zukunft findet deshalb nicht nur im Seminarraum oder im E-Learning statt. Es wird zu einem kontinuierlichen Bestandteil der Arbeit. Und genau dabei unterstützen wir Unternehmen bei 3spin Learning mit KI Soft Skill Trainings und realistischen KI Rollenspielen.